Frühere Projekte

Raduga

„Raduga“ (Regenbogen)

war eines der ersten Projekte. Ein Medizinisches Rehabilitationszentrum für behinderte Kinder und Jugendlich mit psychoneurologischen Erkrankungen unter der damaligen Leitung der Hauptärztin Alla Nikolajevna Bobrovnik.
Am 05.September 1995 begann OTK sich um „Raduga“ zu kümmern.
Man kümmerte sich um:
Um die Finanzierung der Anlaufkosten, um die Teilfinanzierung der Betriebskosten, um die Renovierung vom Dach, um den Einbau eines Fahrstuhls, um die Umzäunung des Geländes (die unsere beiden Mitglieder Harald Bechthold und Gerhard Menges errichteten), den Einbau von Toiletten, den Bau eines Gemüselagers mit Garagen.

Gleichzeitig erhielt „Raduga“ medizinische Geräte. Gleichzeitig wurde eine Apotheke eingerichtet , welche große Bestände an dringend benötigte Schilddrüsenpräparate zur Vorbeugung der Strahlenkrankheit bevorratet.
Hierbei konnten alle Kinder und Jugendliche jeweils 3 Monate lang versorgt werden. Der Marktwert der Medikamente betrug fast 2 Millionen DM. Um die Medikamente zu bekommen musste man ein Rezept und den Pass vorlegen.
Im Jahre 2008 erhielt „Raduga“ einen Kleinbus (9-Sitzer) für die Beförderung der behinderten Kinder.


Dieser Kleinbus wurde von der Firma Lessle, Eberbach für ca. 14.000 EUR mit neuem TÜV von OTK gekauft und wurde in einer 2-tägigen abenteuerlichen Fahrt von Eberbach nach Mosyr vom 1.Vorsitzenden Harald Siefert, der 2.Vorsitzenden Natascha Siefert, dem Kassenwart Hans Braun und den beiden OTK Mitgliedern Gisela Bangert und Winfried Wild übergeben.

Empfang bei Raduga

Volkshochschule Mosyr

Es war naheliegend im Rahmen der Idee „Hilfe zur Selbsthilfe“ über eine Volkshochschule nachzudenken. Grundgedanke war Menschen die Chance einer Aus- und Weiterbildung zu geben, was ihnen erleichtern sollte eine Arbeit zu finden. Durch Erlernen einer Sprache kann man Zugang zu fremden Ländern bekommen. Ebenso zur Uni. Mit verschiedenen Starthilfen der Eberbacher „Rotarier“ wurden zwei Lektorinnen aus Mosyr in Eberbach untergebracht, und mit dem Aufbau und Ablauf einer VHS vertraut bemacht. In Mosyr waren die Schulen, die Hochschulen und die Stadtverwaltung bereit, genügend Räume beheizt und beleuchtet zur Verfügung zu stellen.

OTK beschaffte die nötigen Lehr- und Lernmittel, Bücher, Kassetten, Computer und Abspielgeräte. Und man fand die nötige Anzahl Lektoren. 1994 waren die wichtigsten Vorbereitungen getroffen und die VHS wurde ins Leben gerufen. Im Sommer 1995 starteten wir mit den ersten 5 Deutschkursen mit 80 Studentinnen und Studenten. Damals waren Zwei Drittel der Hörer Frauen und nur ein Drittel Männer. Im 11.Schuljahr waren es schon ca. Kurse für fünf Sprachen, Kurse für EDV, für Mathematik, für Mode und Design und Kurse für Psychologie. Die Rektorin der VHS und die Lektorinnen bzw. Lektoren waren mit Feuereifer, aber auch mit großem Können bei der Sache, und leisteten beste Arbeit für die 500 bis 600 hoch interessierten Bürger von Mosyr, die jedes Jahr die VHS füllten und am Semesterende große Freude an der Abschlussfeier hatten. Diese Abschlussfeier war damals ein kulturelles Ereignis für die Stadt Mosyr. Damals legten ca. 15 Studenten bzw. Studentinnen eine Prüfung am Goethe-Institut ab für Deutsch als Fremdsprache und hatten diese Prüfung jeweils sehr gut abgeschnitten mit Noten 1 und 2. Die OTK hatte für die VHS, die von 1997 an vornehmlich von unserem damaligen 1.Vorsitzenden Herrn Dr. Fred Adelmann erfolgreich betreut wurde. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten musste OTK jährlich ca. 5.000 EUR aufwenden.

(Blick in den VHS-Saal)

Mosyr und seine Krankenhäuser

Ansprache von Harald Siefert beim Besuch im Krankenhaus Nr.1. vl.n.r.der damalige aber inzwischen verstorbene BM von Mosyr Herr Samulko, Harald Siefert, Natascha Siefert, und Gerhard Stahl.
Der inzwischen verstorbene Alexander von Kirchbach (OTK 2.v.l.) und die 3 Oberärzte des Krankenhauses Nr.1 mit Oberarzt Vladimir Khokha (rechts) lauschen der Ansprache von Harald Siefert.
Besprechung der OTK-Delegation mit dem Chefarzt (Mitte) des Krankenhauses Nr.1. Links daneben die 2.Vorsitzende der OTK Natascha Siefert und rechts daneben der damalige 1.Vorsitzende und inzwischen verstorbene Dr. Fred Adelmann.

Als wir uns für unsere humanitären Hilfsvorhaben seit 1993 in Mosyr umgeschaut hatten, glaubten wir, dass die Stadt wohl versorgt sei mit Krankenhäusern.

Doch wir täuschten uns, es war leider nicht so. Es liesen Einrichtungen und Ausstattungen sehr zu wünschen übrig. Alles war veraltet, und somit nicht auf dem neuesten Stand. Wir lieferten z.B. über 900 Betten für die Krankenhäuser in Mosyr.

Den Hilfeschwerpunkt legten wir auf das Krankenhauses Nr.1. Unser OTK-Mitglied Herr Gerhard Stahl aus Spechbach versorgt das Krankenhaus Nr.1 noch heute mit chirurgischen Instrumente und Nahtmaterial für Augenoperationen. Komplizierte Augenoperation konnten früher nur in der 320 km entfernten Hauptstadt Minsk durchgeführt werden. Nun sind diese Operationen in Mosyr möglich.

Wir haben Medikamente für ca.1 Million EUR Verkaufswert nach Mosyr gebracht. Ein Großteil wurden in den Abteilungen der Krankenhäuser eingesetzt. Ein anderer Teil wurde aus der bei „Raduga“ eingerichteten Apotheke an Privatpersonen ausgegeben. Gegen Vorlage von Rezept und Pass wurden die Medikamente gratis an Bedürftige abgegeben. Und wer war in Mosyr nicht bedürftig!

Leider gab es immer wieder neue Erlasse aus Minsk, die die Arbeit der privaten Hilfsorganisation (wie OTK) sehr oft behinderten. Die Lieferung von Medikamenten wurde so erschwert und die Arbeitslast auf unsere Helfer in Mosyr so erhöht, dass wir keine Medikamente mehr nach Mosyr schicken konnten. Deshalb entschlossen wir uns schweren Herzens diese Hilfe einzustellen.

Wir sind aber weiterhin bemüht das Krankenhaus Nr.1 nach unseren Möglichkeiten zu unterstützen. Hierbei sind wir aber auch in den nächsten Jahren auf Spenden angewiesen. Die Verantwortlichen des Krankenhauses Nr.1 bedanken sich jedes Mal bei unseren Besuchen in Mosyr für die großartige Hilfe die OTK leistet.

Hier ein Dankeschön von Vladimir Khokha, Stellvertreter des Chefarztes in der Chirurgie des Krankenhauses Nr.1:

„Die OTK unterstützt schon seit Jahren erfolgreich unser Krankenhaus. Es wurde viel gemacht wie: Materielle Hilfe, medizinische Einrichtungen, Krankenwagen und PKW für den Transport der Patienten, Krankenbetten. Es wurden Schulungen unserer Ärzte in Heidelberg ermöglicht. In der Zwischenzeit werden medizinische Geräte vor Ort beschafft, da diese jetzt verfügbar sind und ein Servicenetz für Garantieleistungen und Wartung vorhanden ist. Für all diese Hilfe möchte ich mich auch im Namen meiner Kollegen recht herzlich bei OTK bedanken“.

Gerhard Stahl in der Mitte erklärt dem Oberarzt der Augenabteilung die mitgebrachten chirurgischen Instrumente für die Augenoperationen, die nun vor Ort vorgenommen werden können.

Die Delegation der OTK bei der Übergabe der mitgebrachten Geschenke an den Chefarzt des Krankenhauses Nr.1 (mitte) und dessen Stellvertreter Vladimir Khokha (links)
Blick in den OP-Raum des Krankenhauses Nr.1 der zum größten Teil von OTK finanziert wurde.

Die Schnelle Medizinische Hilfe = Rettungsdienst

Wie konnte es anders sein, dass Karl Emig als Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Eberbach um den Aufbau einer Rotkreuzstation bemüht war. Doch alle Versuche versanken vorerst im belarussischen Bürokratie-Dschungel.

Bei den Überlegungen, etwas für die Krankenhäuser tun zu wollen, kamen wir auf den Gedanken, dass man dafür sorgen müsse, dass die Patienten erst einmal schnell ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Es gab zwar einen Rettungsdienst in Mosyr, genannt die „Schnelle Medizinische Hilfe“, aber die war altersschwach. Z.B. musste das EKG-Messgerät geerdet werden, entweder an der Heizung, oder durch einen Wurf aus dem Fenster auf den Boden.

Wir von OTK unterstützten die schnelle Hilfe mit einheitlicher, moderner Berufskleidung, einem EKG-Messgerät, einem Defibrillator (zur Wiederbelebung) und einem Schweißgerät für die Werkstatt.

Der DRK-Kreisverband Heidelberg/Rhein-Neckar, vertreten durch den Leiter des Rettungsdienstes Herrn Sigmar Schilhab, unterstützte die Arbeit mit insgesamt 4 Krankenwagen (siehe Bild unten).

OTK besorgte danach die entsprechenden Ersatzteile, bzw. unterstützte die schnelle medizinische Hilfe mit Geld.

Wir hatten in der Anfangsphase eine leitende Notärztin, eine leitende Krankenschwester und einen Werkstattleiter in Eberbach, denen wir unsere Arbeitsweise näherbrachten. Die Ärztin übernahm dann bei der schnellen medizinischen Hilfe in Mosyr die Leitung und hatte kräftig dazu beigetragen, die Organisation in Schwung zu bringen. Der Werkstattleiter kannte nun, durch seine Ausbildung in Eberbach, die „njemjetzkije Maschini“ die deutschen Autos aus dem Effeff. Die Fahrer der 4 Wagen wurden vom Leiter der Eberbacher Rettungsstation fachgerecht eingewiesen. Und so klingt es nun vertrauensvoll „Tatü tata“ auch durch Mosyr.

Kinderfreizeit im Odenwald

Ankunft der Kinder aus Mosyr in Eberbach.
Das Ehepaar Siefert (Mitte) im Gespräch mit den Gasteltern.
Die Kinder bei einem Ausflug in den Zoo. 3.v.l. zeigt den damaligen und inzwischen verstorbenen 1.Vorsitzenden Dr. Fred Adelmann.

Aus den Begegnungen die OTK mit der Schule 11 in Mosyr durchführte, entstand der Wunsch den durch den Tschernobyl Gau geschädigten und gefährdeten Kindern aus Mosyr zu helfen. Durch eine im Jahre 1991 durchgeführte kleine Kinderfreizeit, entstand nach der Gründung unserer „Hilfsinitiative OTK“ und aus der DRK heraus das Projekt „Kinderfreizeit im Odenwald“. Das Ziel war es, dass weißrussische Kinder in guter Luft, bei hilfsbereiten Menschen, durch gesunde Ernährung, und bei fröhlichen Spielen unbeschwert von der psychischen Last des Lebens in ihrer radioaktiv verseuchten Heimat, 3 unbeschwerte Ferienwochen erleben durften. Dieser Wunsch wurde Wirklichkeit, als sich in unserem Raum, von Bad Rappenau, Mosbach bis Neckargemünd und von Aglasterhausen bis Beerfelden, Familien bereit erklärt hatten diesen Kindern aus Mosyr 3 unbeschwerte Ferienwochen im Odenwald zu ermöglichen. In den Juli- und Augustwochen lud OTK jedes Jahr die Kinder aus Mosyr für diese 3 Wochen zu einem Ferienaufenthalt in unsere Region rund um Eberbach ein. Die Organisation lag in den Händen der Familie Siefert, wobei die Sprachkenntnisse von Natascha Siefert (sie wuchs in Kasachstan auf) enorm bei der Verständigung half. Die gesunde Ernährung bei den Gasteltern und die gesunde Luft im Odenwald stärkten nachweislich die Gesundheit und das Immunsystem der Kinder. OTK übernahm die Kosten der An- und Abreise mit dem Bus, für die Dauer des Aufenthaltes. Obwohl nicht alle Kinder deutsch sprachen, hatte die Erfahrung jedoch gezeigt, dass sie sich sehr schnell mit Anderen und ihrer Umgebung zurechtfanden. Bei unvorhergesehenen Problemen stand die Familie Siefert immer mit Rat und Tat zur Seite. Ein großes Programm für die 3 Wochen war nie vorgesehen. Es war angedacht, dass die Kinder bei ihren Gastfamilien die Freizeit verbringen, und vor allem sollten sie an deren Aktivitäten teilnehmen. Zusätzlich wurden kleinere Veranstaltungen, wie Grillnachmittage und Ausflüge organisiert. Hierzu wurden nicht nur die Kinder, sondern selbstverständlich auch die Gastfamilien herzlich eingeladen. Durch die Kinderfreizeit ergaben sich viele Freundschaften zwischen den deutschen und den weißrussischen Familien, die bis zum heutigen Tag aufrechterhalten wurden. Sehr oft begleiteten Gasteltern die jährlichen Besuche der OTK in Mosyr, um „ihre“ Kinder und dessen Familien zu besuchen. Unsere Organisation war immer bemüht die erforderlichen Geldmittel für die Kinderfreizeit zur Verfügung zu stellen, und fand auch sehr viel Unterstützung bei Sponsoren. Für die Busreisen Mosyr-Eberbach und zurück, sowie die Kranken- und Haftpflichtversicherung für die Kinder und die kleineren Ausflüge wurden jährlich jeweils ca.6.000 EUR benötigt. Leider musste OTK schweren Herzens die Kinderfreizeit wegen der immer mehr steigenden Kosten im Jahr einstellen. Auch der Suche nach Gastfamilien und Sponsoren wurde immer schwieriger. Ein solch großes Projekt wie die Kinderfreizeit kann wie gesagt nur durch Sponsorengelder und der Bereitschaft von Gastfamilien Kinder aufzunehmen, bewältigt werden. OTK ist aber weiterhin in Mosyr tätig, und würde sich freuen, wenn man auch weiterhin unsere Arbeit in Weißrussland unter dem Motto: „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützen würde.

Unsere Spendenkonten sind:
Nr.: 21148601 – BLZ: 67291700
IBAN Nr.: DE 67 6729 1700 0021 1486 01
BIC Nr.: GENODE61NGD

Sparkasse Neckartal-Odenwald Eberbach
Nr.: 1008663 – BLZ: 67450048
BAN Nr.: DE67 6745 0048 0001 0086 63
BIC Nr.: SOLADES1MOS

Hilfstransporte für Mosyr

Renter beim Beladen eines LKW.

Nachdem wir die dringendsten Bedürfnisse und unsere Möglichkeiten zu helfen geprüft hatte, wurden schon bald danach die ersten LKW aus dem Odenwald in Richtung Mosyr in Marsch gesetzt.
Da traf es sich sehr gut, dass im ehemaligen Betrieb von Karl Emig genügend Lagerraum vorhanden war, um die zahlreichen Güter lagern zu können, die aus dem Odenwald zusammenkamen.

Es wurden insgesamt 60 LKWs verschiedenster „Ware“ (Kleidung, Möbel, Spielwaren etc.) auf die Reise in unsere Partnerstadt Mosyr geschickt.
Welchen Einsatz bedeutete das für OTK ???:
Suchen, Sammeln, Helfer suchen zum Sortieren und Verpacken, Listen erstellen, LKW bestellen, Ladehelfer organisieren, Behörden in Minsk und Mosyr verständigen, die Abnahmestelle in Mosyr benachrichtigen, LKW beladen, Zoll-und Begleitpapiere ausfüllen und überprüfen, Spedition bezahlen und hoffen, dass der LKW schnell und ohne Probleme in Mosyr ankommt (Ein LKW wurde einmal in Polen ausgeraubt. Wir erhielten aber keinen finanziellen Ersatz).
Wünschen und beten, dass die Hilfsgüter recht bald von den weißrussischen Behörden freigegeben werden. Dies konnte meistens 4 – 8 Wochen dauern.
Uns freuen, wenn wir unseren Freunden wieder mit 20-25 Tonnen Hilfsgütern helfen konnten.
Die Kosten für einen Transport lagen damals zwischen 2.000-2.600 EUR für einen LKW. Deshalb waren 2 LKW im Jahr das Höchste. Damals erhielten wir von der Landesregierung noch einen 50%igen Zuschuss pro LKW.

Bei uns hieß es immer wieder: Sammeln, Sammeln, Sammeln, wobei wir froh waren, eine geeignete Lagerhalle gehabt zu haben. Sie wurde uns nach der Firma Emig dankenswerterweise von der Firma Empacher zur Verfügung gestellt.

Leider ist es uns heute aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich weitere LKWs nach Mosyr zu schicken. Ein LKW-Transport würde uns heute zwischen 3.500-4.500 EUR kosten. Den Zuschuss von der Landesregierung bekommt man auch nicht mehr. Und die Spendengelder fließen leider nicht mehr so üppig wie früher.

Wenn Sie uns unterstützen wollen, hier nochmals unsere Spendenkonten:
Volksbank Neckartal eG Eberbach
Nr.: 21148601 BLZ: 67291700
IBAN Nr.: DE67 6729 1700 0021 1486 01
BIC Nr.: GENODE1NGD

Sparkasse Neckartal-Odenwald Eberbach
Nr.: 1008663 BLZ: 67450048
IBAN Nr.: DE67 6745 0048 0001 0086 63
BIC Nr.: SOLADES1MOS

Vielen Dank.